Ein Rekordsommer mit extremer Hitze und Trockenheit hat Südeuropa 2026 schwere Waldbrände beschert: In Spanien, Frankreich, Portugal, Italien und Griechenland brannten bis Mitte August hunderttausende Hektar, mehr als 320.000 Menschen wurden zeitweise in Sicherheit gebracht. Für Urlauber stellt sich die Frage: Wie ist die Lage Ende August – und muss ich meine Reise absagen?
Die Mittelmeerregion hat einen der heißesten Sommer der jüngeren Geschichte erlebt. Auf lange Hitzewellen folgten großflächige Wald- und Buschbrände, die Behörden in mehreren Ländern zeitweise an ihre Grenzen brachten. Wir fassen die Lage nach dem aktuellen Stand mehrerer Quellen zusammen und erklären, worauf deutsche Reisende jetzt achten sollten – ohne Panik, aber mit Vorsicht.
Die Zahlen: 2026 ist ein schweres Brandjahr
Nach Daten des europäischen Waldbrand-Informationssystems, die unter anderem Euronews Anfang August auswertete, waren zu diesem Zeitpunkt EU-weit bereits rund 490.000 Hektar verbrannt – etwa 13 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen 14 Jahre. Am stärksten betroffen ist Spanien mit rund 186.000 Hektar Anfang August, laut spanischen Medien eines der drei schwersten Jahre seit über drei Jahrzehnten; bis Mitte August stieg die Fläche weiter deutlich an. Es folgen Frankreich mit rund 99.000 Hektar (dem schwersten Wert seit 2012), Italien mit etwa 79.000 Hektar, Portugal mit gut 47.000 Hektar sowie Griechenland mit rund 24.000 Hektar.
Besonders dramatische Einzelereignisse gab es in Spanien: Ein Großbrand bei Riglos in der Region Aragón erfasste mehr als 15.000 Hektar, rund 1.000 Menschen mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen. In Griechenland verbrannten allein beim Feuer bei Porto Germeno etwa 11.000 Hektar. Insgesamt wurden nach Angaben europäischer Behörden bis Ende Juli mehr als 320.000 Menschen in Frankreich und Spanien evakuiert.
Was das für Urlauber bedeutet
Die wichtigste Nachricht zuerst: Die allermeisten touristischen Ziele – insbesondere die großen Badeorte an den Küsten – waren und sind nicht direkt betroffen. Waldbrände entstehen überwiegend in trockenen, bewaldeten Landschaften im Landesinneren oder an einzelnen Küstenabschnitten. Trotzdem können Feuer die Anreise beeinträchtigen, wenn Straßen gesperrt oder Regionen vorsorglich geräumt werden, und Rauch kann die Luftqualität zeitweise verschlechtern. Wer im Spätsommer oder Frühherbst nach Südeuropa reist, sollte die Lage daher aktiv verfolgen. Hintergründe und Verhaltenstipps bündeln wir laufend in unserem Dossier Naturereignisse & Wetter.
Vor der Reise
- Reisehinweise prüfen: Das Auswärtige Amt veröffentlicht aktuelle Sicherheitshinweise zu jedem Land. Eine Übersicht und Einordnung finden Sie in unserem Dossier Reisewarnungen.
- Unterkunft kontaktieren: Hotels vor Ort kennen die lokale Lage am besten und informieren über Sperrungen oder Einschränkungen.
- Versicherung checken: Klären Sie, ob und wann Ihre Reiserücktritts- oder Reiseabbruchversicherung bei behördlichen Warnungen greift.
Stornorecht bei Pauschalreisen
Bei gebuchten Pauschalreisen gilt: Liegen am Zielort zum Reisezeitpunkt „unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände“ vor – etwa akute Brandgefahr mit behördlichen Warnungen oder Evakuierungen –, können Reisende nach § 651h BGB in vielen Fällen kostenfrei zurücktreten. Entscheidend ist die konkrete Lage am gebuchten Ort zum gebuchten Zeitraum, nicht ein allgemeines Risiko in einem großen Land. Bei Individualreisen richtet sich die Erstattung nach den jeweiligen Storno-Bedingungen von Airline und Hotel.
Wenn Sie vor Ort sind
- Anweisungen folgen: Nehmen Sie Warnungen von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz ernst und verlassen Sie gefährdete Gebiete umgehend, wenn dazu aufgerufen wird.
- Notruf kennen: Die europaweite Notrufnummer ist 112. Speichern Sie außerdem die Kontaktdaten Ihres Hotels und Reiseveranstalters.
- Bei Rauch drinnen bleiben: Schließen Sie bei starker Rauchentwicklung Fenster und Türen; Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten sich besonders vorsehen.
- Keine Wanderungen bei Warnstufe Rot: Meiden Sie Wälder und trockene Landschaften an Tagen mit höchster Waldbrandgefahr und entzünden Sie kein offenes Feuer.
Warum die Brände so heftig ausfielen
Fachleute führen die Häufung auf eine Kombination aus Faktoren zurück: ein außergewöhnlich heißer und trockener Sommer, ausgedörrte Vegetation als reichlich vorhandenes Brennmaterial sowie kräftige Winde, die Feuer schnell ausbreiten lassen. Der Klimawandel verlängert die Waldbrandsaison im Mittelmeerraum und erhöht die Wahrscheinlichkeit extremer Ereignisse. Behörden hatten bereits früh gewarnt, dass die erhöhte Waldbrandgefahr bis weit in den August hinein anhalten könnte.
FAQ – Häufige Fragen zu den Waldbränden in Südeuropa
Kann ich meinen Urlaub in Spanien oder Griechenland wie geplant antreten?
In den meisten Fällen ja. Die großen Küsten- und Badeorte sind überwiegend nicht direkt betroffen. Prüfen Sie aber vor Abreise die aktuellen Reisehinweise und die Lage in Ihrer konkreten Zielregion.
Bekomme ich mein Geld zurück, wenn ich wegen der Brände nicht reisen will?
Bei Pauschalreisen ist ein kostenfreier Rücktritt nach § 651h BGB möglich, wenn am Zielort zum Reisezeitpunkt außergewöhnliche Umstände wie akute Brandgefahr mit behördlichen Warnungen vorliegen. Ein allgemeines Risiko im Land genügt dafür in der Regel nicht.
Wo finde ich verlässliche Informationen zur Lage?
Bei den offiziellen Reisehinweisen des Auswärtigen Amts, bei lokalen Behörden und Ihrer Unterkunft sowie in unserem laufend aktualisierten Dossier zu Naturereignissen und Wetter.
Ist 2026 das schlimmste Waldbrandjahr aller Zeiten?
Nein. Zwar liegt die verbrannte Fläche 2026 über dem langjährigen Durchschnitt, einzelne frühere Jahre wie 2012, 2017 und 2022 waren EU-weit jedoch noch schwerer. Regional – etwa in Frankreich – ist 2026 aber ein besonders heftiges Jahr.
Quellen: Euronews (13.08.2026, Daten EFFIS), touristik aktuell, daswetter.com (abgerufen Ende August 2026). Angaben zum Stornorecht nach § 651h BGB.



