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Touristensteuern 2026: Wo Urlauber jetzt mehr zahlen – von Edinburgh bis Venedig

Mit Edinburgh erhebt 2026 erstmals eine britische Stadt eine gesetzliche Bettensteuer, deutsche Kommunen ziehen nach: Wo Urlauber wie viel Touristensteuer zahlen und wer befreit ist.

Touristensteuern 2026: Wo Urlauber jetzt mehr zahlen – von Edinburgh bis Venedig

Immer mehr europäische Städte bitten Urlauber mit einer Übernachtungssteuer zur Kasse: Mit Edinburgh hat im Sommer 2026 erstmals eine britische Stadt eine gesetzliche Bettensteuer eingeführt, in Deutschland ziehen weitere Kommunen nach, und von Venedig bis Barcelona steigen die Sätze. Wer 2026 eine Städtereise plant, sollte die Zusatzkosten von Anfang an einkalkulieren – und wissen, wo, wie viel und für wen die Abgabe fällig wird.

Die sogenannte Touristensteuer – je nach Region auch Bettensteuer, Kurtaxe, City-Tax oder „Visitor Levy“ genannt – ist längst kein südeuropäisches Randphänomen mehr. 2026 hat sie eine neue Dimension erreicht: Erstmals erhebt mit Edinburgh auch eine Stadt im Vereinigten Königreich eine flächendeckende Übernachtungsabgabe, und die Zahl der deutschen Städte mit einer prozentualen Abgabe wächst weiter. Für Reisende bedeutet das: Der ausgewiesene Hotelpreis ist an vielen Zielen nicht mehr der Endpreis.

Edinburgh macht den Anfang: Großbritanniens erste Bettensteuer

Am 24. Juli 2026 hat Edinburgh als erste Stadt Großbritanniens eine gesetzliche Übernachtungsabgabe scharf geschaltet. Die „Visitor Levy“ beträgt fünf Prozent des reinen Übernachtungspreises und wird auf die ersten fünf aufeinanderfolgenden Nächte einer Buchung erhoben – für weitere Nächte fällt darüber hinaus keine Abgabe mehr an. Berechnet werden die fünf Prozent auf den Zimmerpreis vor Mehrwertsteuer; Nebenleistungen wie Parken, Essen oder Getränke zählen nicht mit.

Betroffen sind praktisch alle entgeltlichen Unterkünfte in der schottischen Hauptstadt – vom Hotel über das B&B und Hostel bis zur Ferienwohnung und zum Campingplatz. Maßgeblich ist der Buchungszeitpunkt: Die Abgabe greift für Aufenthalte, die ganz oder teilweise ab dem 1. Oktober 2025 gebucht oder bezahlt wurden. Die Stadt rechnet mit Einnahmen von bis zu 50 Millionen Pfund pro Jahr, die in Wohnraum, Kultur, Veranstaltungen und die Steuerung der Besucherströme fließen sollen. Edinburgh dürfte nur der Anfang sein: Glasgow will im Januar 2027 ebenfalls eine fünfprozentige Abgabe einführen, Aberdeen plant frühestens ab April 2027 sogar sieben Prozent.

Italien: Venedigs Tagesticket und teurere Hotelnächte

Ein Sonderweg bleibt Venedig: Die Lagunenstadt verlangt von Tagesgästen in der Hauptsaison ein Eintrittsentgelt, das je nach Buchungszeitpunkt zwischen 5 Euro (Frühbucher) und 10 Euro (kurzfristig) liegt. Erhoben wird es an rund 60 besonders stark frequentierten Tagen zwischen April und Juli, jeweils von 8:30 bis 16:00 Uhr. Wer in Venedig übernachtet und damit ohnehin die klassische Kurtaxe zahlt, ist vom Tagesticket ausgenommen. In Mailand wiederum können in Vier- und Fünf-Sterne-Häusern bis zu 10 Euro pro Nacht anfallen – auch im Vorfeld der Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 ein Thema.

Deutschland: Die Bettensteuer breitet sich aus

Auch hierzulande greifen immer mehr Kommunen zur prozentualen Übernachtungsabgabe. An der Spitze liegen weiterhin Berlin, Dortmund und Flensburg mit je 7,5 Prozent des Übernachtungspreises. Bonn und Schwerin haben ihren Satz 2026 auf sieben Prozent angehoben, Bremen und Bremerhaven von fünf auf 5,5 Prozent. Neu in die Liste der Städte mit Bettensteuer aufgenommen wurden 2026 unter anderem Kassel, Königswinter und Ringsheim. Wichtig zu wissen: In Deutschland ist die Abgabe vielerorts an einen privaten Reisezweck gekoppelt – wer nachweislich beruflich unterwegs ist, kann häufig befreit werden.

Brüssel, Bukarest, Barcelona: Der Rest von Europa zieht mit

Der Trend reicht quer über den Kontinent. In Brüssel werden seit Anfang 2026 rund 5 Euro pro Nacht im Hotel und 4 Euro in privaten Unterkünften fällig. In Bukarest zahlen Gäste seither pauschal zehn rumänische Leu pro Nacht, umgerechnet etwa 2 Euro. In Barcelona summieren sich staatliche und städtische Abgabe je nach Hotelkategorie auf rund 10 bis 15 Euro pro Nacht – einer der höchsten Sätze Europas. Und Kreuzfahrtpassagiere zahlen an beliebten griechischen Häfen wie Mykonos und Santorin in der Hochsaison bis zu 20 Euro pro Anlauf. Selbst Norwegen erlaubt seinen Gemeinden inzwischen eine Abgabe von bis zu drei Prozent in besonders stark besuchten Regionen.

So kalkulieren Sie die Kurtaxe richtig ein

Damit die Steuer nicht zur bösen Überraschung an der Rezeption wird, hilft ein wenig Vorbereitung:

  • Vorab prüfen: Rechnen Sie bei Städtereisen mit 2 bis 15 Euro Zusatzkosten pro Person und Nacht – informieren Sie sich vor der Buchung über den konkreten Satz Ihres Ziels.
  • Pro Person oder pro Zimmer? Manche Städte rechnen je Übernachtungsgast, andere prozentual auf den Zimmerpreis. Für Familien macht das einen großen Unterschied.
  • Befreiungen nutzen: Kinder und Jugendliche sind vielerorts ausgenommen, ebenso häufig Geschäftsreisende. Kurgäste, Menschen mit Behinderung oder Übernachtungen aus medizinischen Gründen können ebenfalls befreit sein.
  • Beleg aufbewahren: Die Abgabe wird meist separat auf der Hotelrechnung ausgewiesen – praktisch für die Reisekostenabrechnung.

Neben den Steuern ändern sich 2026 auch die Einreiseregeln für Europa spürbar: Die geplante ETIAS-Reisegenehmigung für Europa wurde erneut verschoben, während für Großbritannien inzwischen eine kostenpflichtige elektronische Genehmigung (ETA) Pflicht ist. Einen laufend aktualisierten Überblick zu Einreise & Visum sowie weitere aktuelle Reise-News aus Europa finden Sie in unseren Themenbereichen.

FAQ – Häufige Fragen zur Touristensteuer 2026

Was kostet die Touristensteuer in europäischen Städten?

Die Spanne ist groß: In Deutschland liegt die Bettensteuer meist zwischen fünf und 7,5 Prozent des Übernachtungspreises, in Bukarest sind es nur rund 2 Euro pro Nacht, in Barcelona bis zu 15 Euro. Edinburgh verlangt fünf Prozent auf die ersten fünf Nächte. Rechnen Sie sicherheitshalber mit einem niedrigen zweistelligen Euro-Betrag pro Person und Aufenthalt.

Wann und wo zahle ich die Abgabe?

In der Regel wird die Steuer direkt bei der Unterkunft erhoben – bei der Ankunft oder bei der Abreise – und getrennt auf der Rechnung ausgewiesen. Bei Pauschalreisen oder über Buchungsportale ist sie teils schon im Preis enthalten; fragen Sie im Zweifel nach.

Wer ist von der Touristensteuer befreit?

Das hängt vom jeweiligen Ort ab. Häufig ausgenommen sind Kinder und Jugendliche unter einer bestimmten Altersgrenze, Geschäftsreisende sowie Übernachtungen aus medizinischen oder sozialen Gründen. In Venedig zahlen Übernachtungsgäste kein zusätzliches Tagesticket.

Warum führen so viele Städte 2026 eine Bettensteuer ein?

Rekordbesucherzahlen und die Folgen des Massentourismus setzen viele Ziele unter Druck. Mit den Einnahmen finanzieren Städte Infrastruktur, Umwelt- und Denkmalschutz oder Wohnraumprogramme – und versuchen zugleich, Besucherströme besser zu steuern.

Quellen: City of Edinburgh Council – Visitor Levy; ADAC-Reiseratgeber „Bettensteuer“; touristik aktuell; eigene Recherche (Stand: 31. August 2026).

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