Thailand plant gleich drei neue Abgaben für ausländische Urlauber – und eine davon ist bereits in Kraft. Seit dem 20. Juni 2026 zahlen alle Reisenden, die international aus Thailand abfliegen, eine um 53 Prozent erhöhte Flughafengebühr. Dazu kommen eine geplante Einreisegebühr von 450 Baht sowie ein noch in der Konsultation befindlicher Entwurf für eine 1.000-Baht-Ausreisesteuer. Wer Bangkok, Chiang Mai oder Phuket besuchen möchte, sollte die aktuellen Entwicklungen genau kennen – denn in der Summe drohen Mehrkosten von bis zu 2.570 Baht pro Person.

Was ist bereits in Kraft getreten?
Die einzige bisher tatsächlich umgesetzte Änderung betrifft die sogenannte Passenger Service Charge (PSC) der staatlichen Flughafengesellschaft Airports of Thailand (AOT). Ab dem 20. Juni 2026 stieg die Passagier-Servicegebühr für internationale Abflüge an den von AOT betriebenen Flughäfen deutlich auf 1.120 Baht pro Person. Das entspricht einem Anstieg um rund 53 Prozent gegenüber dem alten Satz von 730 Baht – der stärksten Anhebung der Passagier-Servicegebühr seit fast zwei Jahrzehnten.
Die neue Gebühr gilt sowohl für thailändische als auch ausländische Passagiere auf internationalen Flügen ab allen sechs von der AOT verwalteten Flughäfen: Suvarnabhumi Airport, Don Mueang International Airport, Chiang Mai International Airport, Mae Fah Luang Chiang Rai International Airport, Phuket International Airport und Hat Yai International Airport. Die PSC wird weiterhin automatisch im Flugticketpreis enthalten sein, sodass Reisende keine zusätzliche Zahlung am Flughafen leisten müssen. Flugtickets, die ab dem 20. Juni 2026 ausgestellt wurden, enthalten bereits den neuen Tarif.
Wer seinen Thailand-Urlaub also aktuell bucht, zahlt diese erhöhte Gebühr automatisch – auch ohne es bewusst wahrzunehmen. Die Gebühr für Inlandsflüge bleibt unverändert bei 130 Baht pro Person. Planen Sie eine Städtereise nach Thailand, sollten Sie diese Kosten bereits jetzt im Budget einplanen.
Die geplante Touristengebühr: Aus 300 wurden 450 Baht
Seit Jahren diskutiert, dreimal verschoben und nun mit einem höheren Betrag neu aufgelegt: Thailand will eine Einreisegebühr für ausländische Touristen einführen, die lokal als „Kha Yeap Pan Din“ bekannt ist – übersetzt: Gebühr für das Betreten thailändischen Bodens.
Ursprünglich war ein zweistufiges System mit 300 Baht für Flug- und 150 Baht für Landreisende geplant. Das Proposal wurde vom National Tourism Policy Committee (NTPC) am 14. August 2026 überprüft und markiert eine deutliche Abkehr von früheren Plänen, die ein Zwei-Tier-System vorgesehen hatten. Die aktuelle Fassung des Vorschlags sieht eine einheitliche Gebühr von 450 Baht pro Person vor, umgerechnet rund 13,50 US-Dollar.
Das Besondere an der geplanten Regelung: Wer die Abgabe entrichtet, kann Thailand innerhalb von 30 Tagen mehrfach verlassen und wieder einreisen – vorausgesetzt, der damit verknüpfte Versicherungsschutz bleibt über den gesamten Zeitraum lückenlos bestehen. Das wäre besonders für Städtereisende interessant, die von Bangkok aus Tagesausflüge in Nachbarländer wie Kambodscha oder Laos unternehmen wollen.
Für den finalen Betrag entschied man sich bewusst unter dem rechnerischen Höchstwert: Eine im Vorfeld durchgeführte Untersuchung ermittelte unter Berücksichtigung der aktuellen Wirtschaftslage, der Inflationsrate und diverser Nebenkosten eigentlich einen angemessenen Grundbetrag von über 490 Baht. Um internationale Gäste finanziell nicht zu überfordern, schlug man schlussendlich den reduzierten Satz von 450 Baht vor.
Wann kommt die Touristengebühr wirklich?
Ganz so einfach ist es nicht. Am 28. September 2026 schloss die öffentliche Konsultation; der Entwurf geht nun zurück an das National Tourism Policy Committee, dann ans Kabinett und anschließend in den Royal Gazette – weiterhin als pauschale 450 Baht für Luft-, Land- und Seewege, mit einer einmaligen Zahlung, die Wiedereinreisen innerhalb von 30 Tagen während der Gültigkeitsdauer der enthaltenen Versicherung abdeckt.
Thailand’s lang verzögerte Touristensteuer rückt näher: Regierungs- und Branchenvertreter befürworten die 450-Baht-Abgabe. Das Kabinett ist nun die entscheidende Hürde, Beamte peilen Anfang 2027 an. Berechtigte Flugreisende würden zuerst zahlen, während die Erhebung an Land- und Seegrenzen ein Jahr später folgt.
Für Ihre aktuelle Reiseplanung gilt daher: Bei der Touristeneinreisegebühr handelt es sich weiterhin um eine Ankündigung ohne bestätigtes Inkrafttretensdatum, keinesfalls um eine bereits erhobene Abgabe. Wer Thailand noch 2026 besucht, zahlt diese Gebühr also noch nicht.
Wer ist von der Touristengebühr ausgenommen?
Ausgenommen sind laut aktuellem Planungsstand: Arbeitsgenehmigungsinhaber, Diplomaten, Transitpassagiere, Crew-Mitglieder sowie Kinder unter zwei Jahren. Ob Langzeitbewohner mit speziellen Visa-Kategorien wie dem Destination Thailand Visa (DTV) ebenfalls befreit werden, ist noch offen.
Droht auch eine Ausreisesteuer von 1.000 Baht?
Als wäre das noch nicht genug, plant das thailändische Finanzministerium eine weitere Abgabe: Das Finanzministerium legt einen Gesetzentwurf vor – wer per Flugzeug ausreist, soll 1.000 Baht zahlen, Ausländer wie Thais. Dazu kommen Flughafengebühr und geplante Eintrittsgebühr.
Die Reisewirtschaft reagiert besorgt. ATTA-Generalsekretär Adith Chairattananon rechnet vor: 1.120 Baht Flughafengebühr, 450 Baht Touristengebühr und 1.000 Baht Ausreisesteuer ergeben 2.570 Baht pro ausländischem Besucher. Bei einem Wechselkurs von etwa 37 Baht je Euro entspräche das rund 70 Euro – allein in Gebühren, noch vor dem eigentlichen Urlaub.
Auch die geplante Pauschalreise nach Thailand würde sich dadurch spürbar verteuern, da solche Gebühren üblicherweise an die Reisenden weitergegeben werden. Die Konsultationsfrist für die Ausreisesteuer läuft laut aktuellen Informationen noch bis Ende Oktober 2026.
Wohin fließen die Einnahmen?
Das Tourismusministerium möchte die Einnahmen gezielt investieren – etwa in den Ausbau von Infrastruktur, sanitäre Anlagen, sichere Wege, Sicherheitsdienste sowie Schutzmaßnahmen an stark besuchten Orten. Die Einnahmen sollen nicht in den allgemeinen Staatshaushalt fließen, sondern für den Tourismus eingesetzt werden.
Die Flughafenabgabe hingegen ist für konkrete Infrastrukturprojekte bestimmt. Im Fokus steht besonders der Ausbau des Suvarnabhumi-Flughafens, darunter die Erweiterung des South Passenger Terminal, das in Zukunft mehr Kapazität und modernere Abläufe ermöglichen soll. AOT rechnet damit, dass die höhere Gebühr im Geschäftsjahr 2027 zusätzliche Einnahmen von rund 13 Milliarden Baht generieren wird.
Auch auf Naturschutz und Nachhaltigkeit soll ein Teil der Touristenmittel entfallen, um beliebte Reiseziele wie die Inseln im Golf von Thailand langfristig zu schützen.
Thailand im globalen Vergleich: Wie hoch sind Touristensteuern anderswo?
Wer die geplanten Thai-Gebühren einordnen möchte, sollte den internationalen Vergleich nicht scheuen. Thailand ist mit 300 Baht am unteren Ende der globalen Touristensteuern. Bali erhebt seit 2024 umgerechnet rund 9 Euro pro Einreise, Japan hat eine Abreisesteuer von rund 6 Euro pro Person. Neuseeland verlangt rund 18 Euro für seine International Visitor Conservation and Tourism Levy. Mit 450 Baht – rund 12 Euro – bewegt sich Thailand im Mittelfeld, liegt aber noch deutlich unter Neerlands oder australischen Standards.
Für Vielreisende, die mehrmals im Jahr nach Thailand fliegen, könnten sich die Kosten allerdings summieren. Besonders für Städtereisen nach Bangkok, die oft mehrfach im Jahr gebucht werden, lohnt eine frühzeitige Kalkulation.
Was bedeutet das konkret für Ihre Reiseplanung?
- Sofort gültig: Die erhöhte Flughafengebühr PSC (1.120 Baht) ist seit dem 20. Juni 2026 in allen Flugtickets ab Thailand enthalten – auch im Rückflug.
- Noch nicht erhoben: Die 450-Baht-Einreisegebühr ist noch nicht in Kraft; sie befindet sich im Kabinettsverfahren und wird frühestens Anfang 2027 wirksam.
- In Planung: Die 1.000-Baht-Ausreisesteuer wird noch bis Ende Oktober 2026 konsultiert; ein Inkrafttreten ist frühestens 2027 realistisch.
- Digital Arrival Card (TDAC): Das digitale Einreiseformular ist seit Mai 2025 verpflichtend für alle Einreisenden und kostenlos unter tdac.immigration.go.th verfügbar.
- Visumfreiheit 60 Tage: Die bestehende 60-tägige Visumfreiheit für Deutsche und andere EU-Staatsangehörige bleibt vorerst bestehen. Änderungen, die im Mai 2026 vom Kabinett angedacht wurden, sind noch nicht final in Kraft getreten.
Tipp für Sparfüchse: Die PSC ist in der Fluggebühr zum Zeitpunkt des Ticketkaufs enthalten. Reisende müssen am Flughafen keine separate Zahlung leisten. Tickets, die vor dem 20. Juni 2026 gekauft wurden, sind vom neuen Satz nicht betroffen – wer also noch alte Tickets besitzt, profitiert von der alten Gebühr.
Informieren Sie sich auch über aktuelle Lastminute-Angebote nach Thailand, bei denen die Gebühren häufig bereits im Gesamtpreis integriert sind – das schafft Transparenz beim Budgetieren.
Tourismusbranche: Sorge vor Kettenreaktion
Die Häufung der geplanten Abgaben sorgt in der Reisebranche für Unmut. Die Untersuchung rechnet damit, dass die Gebühr die Zahl der Ankünfte um etwa 70.000 Besucher verringern könnte. Dadurch könnten Tourismuseinnahmen von schätzungsweise 3,32 Milliarden Baht entfallen. Dennoch gehen die Behörden von einem positiven Gesamteffekt aus: Nach Abzug des errechneten Verlusts verbleibt ein positiver Nettoeffekt von rund 12,577 Milliarden Baht.
Für Reisende bleibt Thailand trotz der neuen Gebühren ein attraktives Ziel. Wer eine Städtereise nach Bangkok oder Chiang Mai plant, sollte die Entwicklungen aber im Blick behalten und die aktuellen Einreiseregeln kurz vor Abreise nochmals prüfen.
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Häufige Fragen zu den neuen Gebühren in Thailand
Muss ich als Deutscher schon jetzt eine Touristengebühr bei der Einreise nach Thailand zahlen?
Nein. Die geplante 450-Baht-Einreisegebühr ist derzeit noch nicht in Kraft. Sie befindet sich im Kabinettsverfahren und wird frühestens Anfang 2027 für Flugreisende eingeführt. Aktuell zahlen Sie bei der Einreise keine gesonderte Touristengebühr.
Was hat sich bei den Flughafengebühren in Thailand bereits geändert?
Seit dem 20. Juni 2026 ist die internationale Passagier-Servicegebühr (PSC) von 730 auf 1.120 Baht pro Person gestiegen. Diese Gebühr ist automatisch im Flugticket enthalten und wird beim Rückflug aus Thailand fällig. Sie betrifft alle sechs großen AOT-Flughäfen, darunter Suvarnabhumi (Bangkok) und Phuket.
Wie hoch sind die Gesamtkosten aller geplanten Gebühren in Thailand?
Wenn alle drei Maßnahmen in Kraft treten, könnten pro Person bis zu 2.570 Baht anfallen: 1.120 Baht Flughafengebühr (bereits aktiv), 450 Baht Einreisegebühr (geplant für 2027) und 1.000 Baht Ausreisesteuer (noch in der Konsultation). Das entspricht umgerechnet rund 70 Euro.
Was ist die „Kha Yeap Pan Din“?
Das ist der lokale Name für die geplante Einreisegebühr – übersetzt bedeutet er „Gebühr für das Betreten thailändischen Bodens“. Die Abgabe in Höhe von 450 Baht soll laut aktuellem Plan ab Anfang 2027 erhoben werden und schließt eine Kranken- und Unfallversicherung für die Dauer des Aufenthalts ein.
Brauche ich für die Einreise nach Thailand noch andere digitale Dokumente?
Ja. Das Thailand Digital Arrival Card (TDAC) ist seit Mai 2025 für alle Einreisenden verpflichtend. Es ersetzt das frühere Papierformular TM6 und ist kostenlos unter tdac.immigration.go.th auszufüllen. Visumfreie Einreise für Deutsche gilt aktuell weiterhin für bis zu 60 Tage.
Lohnt sich trotz der neuen Gebühren eine Städtereise nach Bangkok?
Ja, denn selbst wenn alle Abgaben in Kraft treten, bewegen sich die Mehrkosten im zweistelligen Euro-Bereich und fallen im Verhältnis zu Flug- und Unterkunftskosten kaum ins Gewicht. Bangkok und andere thailändische Städte bieten nach wie vor ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und zählen zu den beliebtesten Reisezielen in Südostasien.



