Wer im Herbst 2026 eine Städtereise plant, muss mit höheren Nebenkosten und vollen Altstädten rechnen: Venedig, Barcelona, Mailand, Brüssel und zahlreiche weitere Metropolen haben ihre Touristensteuern erhöht oder neu eingeführt. Gleichzeitig zieht das Oktoberfest Millionen nach München. Ein Überblick, was sich für Herbst-Trips ändert – und wie Sie clever planen.
Der Widerstand gegen Massentourismus hat 2026 einen neuen Höhepunkt erreicht. Immer mehr europäische Städte versuchen, die Besucherströme zu lenken und zusätzliche Einnahmen für Infrastruktur, Umweltschutz oder bezahlbaren Wohnraum zu erzielen. Das wichtigste Instrument dafür ist die Touristensteuer, die vielerorts spürbar gestiegen ist. Für Reisende heißt das: Die Übernachtung wird teurer, und beliebte Ziele sind an Spitzentagen noch voller. Wir zeigen, wo Sie 2026 draufzahlen und wie sich eine Städtereise trotzdem entspannt gestalten lässt.
Höhere Touristensteuern in Europa 2026
Hintergrund der Erhöhungen sind Rekordzahlen im Tourismus. Diese Städte haben ihre Abgaben 2026 angepasst:
- Venedig: Die Lagunenstadt hat die Eintrittsgebühr für Tagesgäste ausgeweitet; an vielen Tagen werden bis zu 10 Euro fällig, wenn man ohne Übernachtung kommt. Die Regelung soll die Besucherspitzen glätten.
- Barcelona: Hotelgäste zahlen je nach Kategorie zwischen 10 und 15 Euro pro Nacht. In Ferienwohnungen können sogar bis zu 12,50 Euro pro Nacht anfallen – ein deutlicher Aufschlag gerade bei längeren Aufenthalten.
- Mailand: Die Stadt hat ihre Abgabe 2026 erhöht; in Vier- und Fünf-Sterne-Hotels sind bis zu 10 Euro pro Nacht möglich.
- Brüssel: Seit Anfang 2026 zahlen Hotelgäste rund 5 Euro pro Nacht, bei privaten Unterkünften etwa 4 Euro.
- Norwegen: Als Reaktion auf den Andrang dürfen Gemeinden künftig eine Touristensteuer von bis zu 3 Prozent auf Übernachtungen erheben – allerdings gezielt nur in besonders stark frequentierten Regionen.
Bei einer Familie und mehreren Nächten summieren sich diese Beträge schnell auf einen dreistelligen Betrag. Wichtig: Die Steuer wird oft erst vor Ort im Hotel kassiert und ist im Online-Preis nicht immer enthalten. Kalkulieren Sie sie also von vornherein ein.
Warum die Städte gegensteuern
Die Erhöhungen sind Teil eines größeren Trends, der sich quer durch Europa zieht. Anwohnerproteste gegen steigende Mieten, überfüllte Gassen und den Ferienwohnungs-Boom haben in Städten wie Barcelona, Venedig oder Lissabon zugenommen. Viele Kommunen kombinieren die Steuer daher mit weiteren Maßnahmen: Obergrenzen für Ferienwohnungen, Zugangsregelungen für besonders empfindliche Orte oder Kampagnen für einen respektvollen Umgang mit der Stadt. Ein Teil der Einnahmen fließt in Infrastruktur, Sauberkeit und den Erhalt historischer Bausubstanz. Für Reisende bedeutet das nicht, dass sie unerwünscht sind – wohl aber, dass ein rücksichtsvolles, saisonal entzerrtes Reisen zunehmend erwartet wird.
Städtereisen im Wandel: kürzer, bewusster, ganzjährig
Parallel zu den neuen Regeln verändert sich auch das Reiseverhalten. Statt eines einzigen großen Städtetrips im Hochsommer verteilen viele Deutsche ihre Kurzreisen über das ganze Jahr – gerade der Herbst gewinnt an Bedeutung. Das hat gleich mehrere Vorteile: mildere Temperaturen, niedrigere Preise und deutlich weniger Andrang an den bekannten Sehenswürdigkeiten. Wer flexibel ist, weicht zudem auf weniger überlaufene Alternativen aus: Statt Venedig etwa nach Bologna oder Verona, statt Barcelona nach Valencia oder Bilbao. So lassen sich die höheren Nebenkosten an den Hotspots umgehen und zugleich neue Ziele entdecken.
Oktoberfest 2026: München im Ausnahmezustand
Ein Klassiker der Herbst-Städtereise ist München zur Wiesn-Zeit. Das Oktoberfest 2026 findet vom 19. September bis 4. Oktober statt und zieht traditionell rund sieben Millionen Besucher an. In dieser Zeit sind Hotels früh ausgebucht und die Preise steigen deutlich. Wer die bayerische Landeshauptstadt gezielt zur Wiesn besuchen möchte, sollte Unterkunft und Anreise so früh wie möglich sichern – oder bewusst auf die ruhigeren Wochen davor und danach ausweichen, wenn es eher um Altstadt, Museen und Biergärten gehen soll.
So planen Sie Ihre Städtereise clever
- Touristensteuer einplanen: Rechnen Sie pro Person und Nacht mehrere Euro extra – besonders in Barcelona, Venedig und Mailand.
- Nebensaison nutzen: Städtereisen im Spätherbst sind günstiger, entspannter und oft angenehmer als im Hochsommer.
- Früh buchen: Rund um Großereignisse wie das Oktoberfest sind gute Unterkünfte schnell vergriffen.
- Regeln respektieren: Informieren Sie sich vorab über lokale Vorgaben, etwa Zugangsfenster oder Verhaltensregeln in Altstädten.
- Anreise kombinieren: Viele Hafenstädte lassen sich gut mit einer Kreuzfahrt verbinden – Barcelona und Lissabon sind beliebte Ausgangshäfen.
Wie sich die Reiselust der Deutschen insgesamt entwickelt und welche Ziele gerade besonders gefragt sind, lesen Sie in unseren Reisetrends für Herbst und Winter 2026. Und wer Südeuropa ansteuert, sollte auch die Wetter- und Waldbrandlage im Blick behalten.
FAQ – Häufige Fragen zu Städtereisen 2026
Wie hoch ist die Touristensteuer 2026 in den beliebtesten Städten?
In Barcelona zwischen 10 und 15 Euro pro Nacht (Hotel), in Mailand bis zu 10 Euro in Spitzenhotels, in Brüssel rund 5 Euro, in Venedig bis zu 10 Euro Tagesgebühr für Tagesgäste. Die genaue Höhe hängt von Unterkunftsart und Kategorie ab.
Ist die Touristensteuer im Reisepreis enthalten?
Oft nicht. Viele Städte kassieren die Abgabe direkt vor Ort im Hotel. Prüfen Sie bei der Buchung, ob die Steuer bereits enthalten ist, und kalkulieren Sie sie sonst zusätzlich ein.
Wann findet das Oktoberfest 2026 statt?
Vom 19. September bis 4. Oktober 2026 auf der Theresienwiese in München. In dieser Zeit sind Unterkünfte teuer und knapp – frühzeitig buchen lohnt sich.
Wie vermeide ich die größten Menschenmengen?
Reisen Sie außerhalb der Ferien und Großveranstaltungen, besuchen Sie Sehenswürdigkeiten früh morgens oder am späten Nachmittag und weichen Sie auf weniger überlaufene Viertel aus.
Quellen: Euronews Travel – Touristensteuern 2026, Upgrade Guru, Oktoberfest-Termine 2026 (abgerufen Ende August 2026). Steuersätze können sich kurzfristig ändern.



