tourismus.com

Reisen

Portugal-Bahn im Doppelaufwind: Beira-Baixa-Linie wiedereröffnet – und der 20-Euro-Zugpass gilt jetzt auch in Lissabon und Porto

Portugal-Bahn im Doppelaufwind: Beira-Baixa-Linie wiedereröffnet – und der 20-Euro-Zugpass gilt jetzt auch in Lissabon und Porto

Gleich zwei Bahn-Nachrichten aus Portugal machen den Herbst 2026 für Bahnreisende besonders interessant: Die Linha da Beira Baixa – eine der wichtigsten Querverbindungen im Herzen des Landes – ist heute, am 20. September 2026, nach monatelanger Sturmunterbrechung wiedereröffnet worden. Gleichzeitig gilt der grüne Bahnmonatspass für 20 Euro ab dieser Woche auch auf den Stadtbahnstrecken rund um Lissabon und Porto. Für alle, die Portugal auf der Suche nach Erholung, Wellness und Naturgenuss per Zug erkunden möchten, eröffnen sich damit attraktive neue Möglichkeiten.

Portugal-Bahn im Doppelaufwind: Beira-Baixa-Linie wiedereröffnet – und der 20-Euro-Zugpass gilt jetzt auch in Lissabon und Porto

Beira-Baixa-Linie: Wiedereröffnung nach Sturm Kristin

Die Linha da Beira Baixa war eine der großen Baustellen des portugiesischen Schienennetzes in diesem Jahr. Infraestruturas de Portugal hat den gesperrten Abschnitt zwischen Mouriscas-A und Vila Velha de Ródão am 20. September wiedereröffnet – zwei Erdrutsche, verursacht durch Sturm Kristin im Januar, machten Reparaturen im Wert von 3,4 Millionen Euro notwendig.

Die Wiedereröffnung erlaubt es dem Bahnbetreiber CP (Comboios de Portugal), sowohl Regional- als auch Intercidades-Dienste wieder auf der gesamten Länge der Strecke zwischen Entroncamento und Guarda anzubieten.

Der Betreiber hatte seit März Ersatzbusse eingesetzt – für Intercidades-Reisende zwischen Abrantes und Guarda, für Regionalreisende zwischen Mouriscas-A und Vila Velha de Ródão.

Die Beira Baixa ist die Alternative zur Beira-Alta-Linie für den internationalen Schienengüterverkehr nach Spanien – die Wiedereröffnung stellt damit auch die Redundanz im nationalen Netz wieder her.

Der Vorsitzende von Infraestruturas de Portugal, Paulo Carmona, betonte die Bedeutung des Projekts: „Diese Wiedereröffnung steht für weit mehr als den Abschluss eines Bauvorhabens – sie bedeutet die Rückkehr einer für die Bevölkerung unverzichtbaren Bahnverbindung.“

Staatssekretär für Infrastruktur Hugo Espírito Santo hatte im Juli angekündigt, die Linie werde im September oder Oktober und damit etwas früher als ursprünglich geplant wieder in Betrieb gehen. Der 20. September liegt genau am Beginn dieses Fensters.

Was wurde genau repariert?

Zwei Erdrutsche zwischen Kilometer 39,150 und 39,270 hatten umfangreiche Hangstabilisierungen, eine Verstärkung der Bahntrasse, Verbesserungen der Entwässerung sowie die vollständige Wiederherstellung des Gleises und der betroffenen Systeme erforderlich gemacht.

Für Reisende bedeutet das: Wer bislang auf den Ersatzbus angewiesen war oder die Strecke aus dem Reiseplan gestrichen hatte, kann nun wieder bequem per Zug durch die beeindruckende Landschaft Zentralportugals – mit Blick auf den Tejo, die Berge der Serra da Gardunha und die historische Universitätsstadt Covilhã – reisen. Wellness-Urlauber, die in Kur- oder Thermalhotels der Region einkehren möchten, profitieren von der erneuerten Bahnverbindung unmittelbar.

Der Passe Ferroviário Verde: Jetzt auch in Lissabon und Porto

Parallel zur Streckenwiedereröffnung gilt ab dieser Woche eine weitere Neuerung für Bahnreisende in Portugal. Portugals 20-Euro-Passe Ferroviário Verde wird auf die Stadtbahnverbindungen in Lissabon und Porto ausgeweitet – damit wird günstigeres Bahnreisen für Tausende weitere Passagiere möglich.

Der neue Gültigkeitsbereich tritt zwischen dem 16. und 22. September in Kraft – passend zur Europäischen Mobilitätswoche. Auch die Fertagus-Linie wird in den Pass einbezogen.

Der Passe Ferroviário Verde kostet 20 Euro für 30 Tage und umfasste bislang bereits Regional- und Interregionalzüge sowie Fahrten in der zweiten Klasse im Intercidades, wobei dort eine Sitzplatzreservierung erforderlich ist.

Bis jetzt war die Nutzung auf Stadtbahnstrecken in Lissabon und Porto, die von den Verbundpässen Navegante und Andante abgedeckt werden, nicht möglich. Die September-Erweiterung hebt genau diese Einschränkung auf.

Was bedeutet das konkret für Reisende?

Die Ersparnis kann erheblich sein. Die Nutzer des Passe Ferroviário Verde können ihre monatlichen Kosten mit 20 Euro decken – wer in den Großräumen Lissabon oder Porto ausschließlich den Zug nutzt, kann anstelle des teureren Verbundpasses Navegante (Lisboa) oder Andante (Porto) zum halben Preis fahren.

Ein Rechenbeispiel der portugiesischen Regierung verdeutlicht das: Bisher musste ein Pendler, der in Famalicão wohnt und nahe dem Bahnhof São Bento in Porto arbeitet, sowohl einen Andante-Pass für 40 Euro als auch den Passe Ferroviário Verde für 20 Euro kaufen – insgesamt 60 Euro im Monat. Künftig reicht allein der 20-Euro-Zugpass, was einer möglichen Jahresersparnis von 480 Euro entspricht.

Im Raum Lissabon kann jemand, der zwischen Monte Abraão in Sintra und Entrecampos pendelt, seine Kosten von bisher 40 Euro (Navegante) oder 32,35 Euro (CP-Pass) auf 20 Euro pro Monat senken – eine mögliche Jahresersparnis von 240 Euro.

Der Passe Ferroviário Verde ist inzwischen nicht mehr ausschließlich als physische Karte erhältlich. Es gibt eine digitale Version, die in die Plattformen von CP und in die App gov.pt integriert ist und per Chave Móvel Digital authentifiziert wird.

Wer profitiert – und wer nicht?

Der entscheidende Vorteil gilt für Passagiere, die sich ausschließlich mit dem Zug fortbewegen, ohne Metro, Bus oder andere Verkehrsmittel zu benötigen. Für sie wird der Passe Ferroviário Verde zur direkten, günstigeren Alternative zu den Verbundpässen.

Wer hingegen den Zug mit U-Bahn oder Bussen der Carris bzw. STCP kombinieren muss, benötigt weiterhin den Navegante bzw. den Andante.

Für Wellness-Urlauber, die per Bahn anreisen und sich auf Kurtherme, Spa-Hotels oder Naturreservate in der Umgebung von Lissabon oder Porto konzentrieren, ist der Pass jedoch ein echter Vorteil: Der Zugpass kann für Zeiträume von 30, 60 oder 90 Tagen erworben werden – für 90 Tage fallen 60 Euro an.

Portugal baut seine Bahnflotte massiv aus

Die aktuellen Meldungen stehen nicht im leeren Raum – Portugal investiert so viel wie nie zuvor in seine Schieneninfrastruktur. Portugal wird nach rund 25 Jahren erstmals wieder Personenzüge herstellen, nachdem der Bau eines neuen Alstom-Werks in Matosinhos offiziell begonnen hat – laut Regierung die größte Investition des Landes in Schienenfahrzeuge aller Zeiten.

Die 28,6 Millionen Euro teure Produktionsanlage, die vom portugiesischen Baukonzern DST neben dem Instandhaltungswerk von CP in Guifões errichtet wird, soll 81 der insgesamt 153 bestellten Neuzüge montieren.

Portugal hatte bereits die größte je getätigte Investition in Schienenfahrzeuge vertraglich besiegelt: Knapp 200 neue Züge für insgesamt 1,8 Milliarden Euro – eine Investition, die für den staatlichen Bahnbetreiber CP einen generationalen Wandel darstellt, der seit mehr als zwei Jahrzehnten keine neuen Fahrzeuge mehr erhalten hatte.

Wer also Portugal als Reiseziel plant, findet ein Land im Schienenwandel – mit besseren Verbindungen, niedrigeren Ticketpreisen und einer modernisierten Flotte.

Portugal per Bahn und Wellness: Das passt zusammen

Portugal ist längst mehr als Strandziel. Thermalquellen, Spa-Resorts und Naturparks – von den Caldas da Rainha über die Thermalstadt Unhais da Serra bis zu den Kuranlagen rund um São Pedro do Sul – machen das Land zu einem wachsenden Wellness-Reiseziel. Mit der wiederhergestellten Beira-Baixa-Linie sind die Kur- und Thermalorte in der Zentralregion nun wieder bequem per Zug erreichbar.

Die Linie durchquert auf dem Weg zwischen Entroncamento und Guarda einige der reizvollsten Landschaften Portugals: den Tejo-Schluchtbereich bei Vila Velha de Ródão, die sanften Hügel der Beira Baixa und die Ausläufer der Serra da Gardunha. Lastminute-Reisende, die spontan einen Herbsturlaub in einem der regionalen Kurhotels buchen möchten, kommen nun wieder ungehindert per Schiene an – ohne Umweg über den Ersatzbus.

Wer Lissabon als Ausgangspunkt für einen Städtetrip kombiniert mit Wellness nutzt, profitiert zusätzlich vom ausgeweiteten Zugpass: Mit 20 Euro pro Monat lassen sich Tagesausflüge in die Thermalbäder von Caldas da Rainha, ins UNESCO-Weltkulturerbe Sintra oder an die Atlantikküste der Arrábida-Halbinsel günstig mit dem Zug kombinieren.

Auch die Algarve – Portugals beliebteste Ferienregion – ist bahnmäßig bestens erschlossen. Algarve-Urlauber können die Küste zwischen Lagos, Faro und Vila Real de Santo António bequem mit dem Intercidades erreichen, der ebenfalls im Passe Ferroviário Verde inbegriffen ist.

Praktische Tipps: So nutzen Sie Portugals Bahn als Reisender

  • Passe Ferroviário Verde kaufen: Der Pass ist über die CP-App, die Webseite der CP (comboios.pt) oder an Schaltern und Automaten in den Bahnhöfen erhältlich. Auch die App gov.pt mit Chave Móvel Digital-Authentifizierung funktioniert.
  • Dauer wählen: 30 Tage für 20 Euro, 60 Tage für 40 Euro, 90 Tage für 60 Euro – je nach Aufenthaltslänge lohnt sich die längere Variante.
  • Was ist nicht enthalten: Alfa-Pendular-Züge (Hochgeschwindigkeit) und die erste Klasse im Intercidades sind ausgenommen; für Intercidades-Fahrten ist eine zusätzliche Sitzplatzreservierung notwendig.
  • Beira-Baixa-Route: Die Linie verbindet Entroncamento mit Guarda. Ausstiegsmöglichkeiten für Wellnessreisende sind u. a. Covilhã (Nähe Serra da Estrela) und der Bereich rund um Fundão.
  • Buchung Regionalzüge: Auf kurzen Strecken in der Beira Baixa sind keine Vorabreservierungen nötig – Tickets können auch am Schalter oder an Automaten erworben werden.
  • Verbindung nach Spanien: Über die Beira Baixa ist eine der alternativen Routen Richtung Salamanca und Madrid wieder vollständig nutzbar.

Ob entspannte Zugfahrt durch grüne Bergtäler, günstige Stadtbahn-Pendlerpässe oder der Aufbruch in Richtung Thermalbad – Portugal macht es Bahnreisenden gerade besonders leicht, das Land nachhaltig und komfortabel zu erkunden. Mehr Reiseinspirationen gibt es auf unserer Startseite sowie in der Kategorie Europa.

Passende Angebote: Pauschalreisen Portugal · Lastminute Portugal · Category Europa · Angebote

Häufige Fragen zu Portugals Bahn-News September 2026

Wann hat die Beira-Baixa-Linie in Portugal wieder geöffnet?

Die Linha da Beira Baixa ist am 20. September 2026 wiedereröffnet worden. Der Abschnitt zwischen Mouriscas-A und Vila Velha de Ródão war seit Januar 2026 nach schweren Erdrutschen infolge von Sturm Kristin gesperrt. Infraestruturas de Portugal investierte 3,4 Millionen Euro in die Reparatur.

Was ist der Passe Ferroviário Verde und was kostet er?

Der Passe Ferroviário Verde ist Portugals nationaler Bahnmonatspass für 20 Euro (30 Tage), 40 Euro (60 Tage) oder 60 Euro (90 Tage). Er gilt für Regional-, Interregional- und Intercidades-Züge der zweiten Klasse im gesamten Land – ab September 2026 auch auf den Stadtbahnstrecken in Lissabon und Porto sowie der Fertagus-Linie. Ausgenommen sind Alfa-Pendular-Züge und die erste Klasse.

Können Touristen den Zugpass nutzen?

Der Passe Ferroviário Verde steht grundsätzlich allen Personen mit Wohnsitz in Portugal zur Verfügung. Touristinnen und Touristen ohne portugiesischen Wohnsitz können ihn nicht direkt erwerben; für sie empfehlen sich Einzeltickets oder der Interrail-Pass. Wer längerfristig in Portugal wohnt oder im Urlaub einen gemeldeten Wohnsitz hat, kann den Pass über die CP-App oder am Schalter kaufen.

Welche Wellness- und Kurregionen sind per Beira-Baixa-Linie erreichbar?

Die Linha da Beira Baixa erschließt die Zentralregion Portugals, darunter Covilhã am Fuß der Serra da Estrela – Portugals höchstem Gebirge mit mehreren Spa-Hotels und Thermalanlagen. Auch Fundão und der Bereich rund um Castelo Branco sind bahnmäßig zugänglich. Für die Thermalstadt Unhais da Serra (Caldas de Unhais) ist ein kurzer Umweg per Taxi oder Bus notwendig.

Gilt der günstige Zugpass auch für Ausflüge von Lissabon an die Atlantikküste?

Ja – wer für Wellness-Tagesausflüge ausschließlich den Zug nutzt, kann mit dem Passe Ferroviário Verde beispielsweise nach Sintra, Cascais oder in Richtung Setúbal fahren, ohne zusätzliche Tickets kaufen zu müssen. Ziele, die nur per Metro oder Bus erreichbar sind, erfordern weiterhin den Navegante-Verbundpass.

Wie buche ich Bahntickets für Portugal als deutschsprachiger Reisender?

Tickets für CP-Züge in Portugal können über die offizielle Webseite comboios.pt, über die CP-App oder international über Plattformen wie Omio gebucht werden. Für Intercidades- und Alfa-Pendular-Züge ist eine Sitzplatzreservierung Pflicht; Regionalzüge können spontan bestiegen werden.

Reise-News der Woche

Nichts Wichtiges verpassen

Einmal pro Woche die wichtigsten Reise-Nachrichten – Einreiseregeln, Streiks, Reisewarnungen und Angebote – kompakt per E-Mail.

Die Newsletter-Anmeldung wird derzeit vorbereitet. Kein Backend-Versand aktiv.