24. April 2017 |
 
 
 

Beschwerden von Bahnkunden erreichen neuen Rekordstand

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Bahnbeschwerden erreichen neuen RekordstandEinem Zeitungsbericht der Süddeutschen Zeitung (SZ) zufolge, sind die Beschwerden von Bahnkunden wegen schlechtem Service, Verspätungen und Zugausfällen auf einen neuen Rekordwert geklettert. Die Hauptgründe hierfür sind heftige Unwetter und eine wesentliche Verbesserung der Kundenrechte. Bis zum 20. Dezember 2013 seien demnach bei der zuständigen Schlichtungsstelle exakt 3257 Anträge eingegangen, dies sind rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

In gut der Hälfte der Beschwerdefälle hätten sich die Bahnkunden über Verspätungen und Zugausfälle geärgert, in einem Drittel der Beschwerdefälle gab es Probleme mit dem Ticket. Jede Vierte Beschwerde betraf den Service, unter anderem wegen fehlender Erste-Klasse-Wagen oder Mobilitätseinschränkungen für gehbehinderte Kunden. Viele Beschwerden umfassen mehrere Kritikpunkte.

Die Schlichtungsstelle gab bekannt, dass über 80 Prozent aller Schlichtungsvorschläge von den Reisenden und den Verkehrsunternehmen akzeptiert worden sein. Insgesamt arbeitet die Schlichtungsstelle für den Bahnverkehr erst seit 2009, seitdem erhalten Bahnkunden beispielsweise im Fall von Verspätungen von mehr als einer Stunde 25 Prozent des Ticketpreises zurück, bei Verspätungen von bis zu 2 Stunden sogar 50 Prozent. Bahnreisende können die Schlichtungsstelle immer dann anrufen, wenn sie sich zuvor erfolglos bei dem jeweiligen Verkehrsunternehmen (meistens die Deutsche Bahn AG) beschwert haben.

Bahn laut eigenen Angaben in den meisten Fällen nicht selber schuld

Die Deutsche Bahn selber teilte mit, dass sie im vergangenen Jahr in vielen Fällen nicht selber schuld an den Problemen der Fahrgäste gewesen sei. Das Jahr 2013 sei von vielen heftigen Unwettern, hochwasserbedingten Streckensperrungen und kriminelle Eingriffe in den Bahnverkehr geprägt gewesen. Alle diese Faktoren gingen zulasten der Pünktlichkeit, der Zuverlässigkeit und der Qualität des eigenen Angebots, wie DB Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg gegenüber der SZ erklärte.

Auch aus einem anderen Grund dürften die Anzahl der Beschwerden einen neuen Rekordwert erreicht haben. Im September hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Urteil entschieden, dass die Bahn selbst dann Entschädigungen zahlen muss, wenn Verspätungen durch höhere Gewalt verursacht werden, beispielsweise bei Hochwasser, Unwetter oder Streik.