27. June 2017 |
 
 
 

Weniger Steuern zahlen für Urlaub im eigenen Land

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Wandern in der Engadiner BergweltEinst gehörte die Schweiz zu den beliebtesten Urlaubsländern Europas, doch diese goldenen Zeiten sind Vergangenheit. Ausbleibende Gäste und die Finanzkrise im Euroraum haben die Touristik der Alpenrepublik geschwächt.

Weil die schweizerische Tourismusbranche in der Krise steckt, haben einige Schweizer Politiker laut Tagesanzeiger einen Vorschlag gemacht, wie die Tourismusindustrie angekurbelt werden kann. SVP-Nationalrat Oskar Freysinger stellte, gemeinsam mit 14 Parteifreunden, einen Antrag für Steuererleichterungen für Schweizer, die im eigenen Land Urlaub machen.

Demnach sollen schweizerische Staatsbürger, die ihren Urlaub etwa beim Wandern im Wallis oder in einem Ferienhaus in Engadin verbringen, die Kosten hierfür von der Steuer abziehen dürfen. Dafür sollen die Steuergesetze entsprechend angepasst werden und in den Kantonen ein „Ferienrabatt“ eingeführt werden, so Freysinger.

Die Schweizer Toursimusbranche reagierte indes zurückhaltend auf den Vorschlag. Alexander Rechsteiner vom Branchendachverband Hotelleriesuisse nahm den Vorstoß der Politik zwar „mit Interesse zur Kenntnis“, räumte aber ein, dass er bei der Durchführung des Ganzen ordnungspolitische Probleme sähe.

Für die Hotelliers stünde ohnehin der Ausbau der touristischen Infrastrukturen, sowie der Ausbau des Marketings an vorderer Stelle. Auch Mario Lütolf, Direktor des Schweizer Tourismus-Verbandes, sieht den Vorschlag kritisch. Er möchte Schweizer Gästen keine Vorzugsbehandlung gegenüber Ausländern zukommen lassen, indem man sie belohne, wenn sie im eigenen Land Urlaub machen.
Überdies sei das Hauptproblem der schweizer Tourismusbranche nicht das Ausbleiben von Gästen aus der Schweiz, sondern vielmehr die Buchungsrückgänge aus dem Euroraum. So hätten beispielsweise im Jahr 2012 etwa 12 Prozent weniger Deutsche ihren Urlaub in der Schweiz verbracht als noch im Vorjahr. Der starke Franken, zu hohe Preise, ein sinkendes touristisches Angebot und nicht zuletzt die Eurokrise werden für diese negative Entwicklung verantwortlich gemacht. Um dem entgegen zu wirken, sprach sich die nationalrätische Wirtschaftskommission nun dafür aus, den günstigeren Mehrwertsteuer-Sondersatz für Hotels bis 2017 zu verlängern und zudem das Tourismusmarketing verstärkt auszubauen.