23. April 2017 |
 
 
 

Lappland – die letzte Wildnis Europas steckt voller Überraschungen

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Rentier in LapplandDas historische Siedlungsgebiet der Ureinwohner Nordskandinaviens, der sogenannten Samen, erstreckt sich über den ganzen Norden der skandinavischen Halbinsel in den Staatsgebieten von Norwegen, Schweden, Finnland sowie teilweise auch Russlands.

In Schweden bildet Lappland den Norden der Provinzen Norbotten Iän und Västerbottens Iän, die größten Ortschaften sind Gällivare und Kiruna. Lappland ist äußerst dünn besiedelt, insgesamt leben im schwedischen Teil gut 100.000 Menschen, hiervon sind allerdings nicht einmal 5 Prozent Sámi. Die meisten Menschen leben in den Ortschaften an der Küste oder den wenigen Ortschaften im Landesinneren, wie Kiruna. Somit sind weite Teile von Lappland menschenleer und bilden die letzte unbesiedelte Wildnis in Europa.

Die meisten Menschen denken beim Begriff Lappland an weite Wälder und Rentiere. Diese hirschartigen Tiere kommen heute in Lappland kaum noch in absolut freier Wildbahn vor, vielmehr sind es riesige Herden von domestizierten Rentieren, welche überwiegend von den Samen verwaltet werden.

Aber auch sonst bietet Lappland eine reichhaltige Tierwelt, welche typisch für eine kalte und polare Klimazone ist. Reptilien, Insekten und Amphibien kommen kaum vor, dafür sind zahlreiche Vogelarten und Säugetiere, wie Braunbären, Elche oder Lemminge vertreten. Auch Beutetiere wie der Wolf, Polarfuchs oder der Luchs kommen noch vereinzelt in Lappland vor. Ihre Bestände schwinden allerdings rapide. Eisbären gibt es, entgegen einem weitverbreiteten Irrglauben, in Lappland nicht. Diese kommen nur in Alaska, Grönland, Kanada, Sibirien und auf Spitzbergen vor. Hauptsächlich gibt es zwei Gründe für die Annahme, dass es in Lappland Eisbären gäbe.

Zum einen liegt dies natürlich an der mangelhaften Bildung, die viele Menschen heute erfahren, zum anderen daran, dass es bei der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 zwei weiße Gipsbären auf dem Dach des finnischen Pavillons gab. Diese Bären sollten eigentlich braun bemalt werden, da sie jedoch in letzter Minute angeliefert wurden, blieben sie weiß. Daher verbreitete sich im Lauf der Jahre der Glaube, dass es Eisbären in Lappland gibt.

Die süßesten Erdbeeren gibt es in Lappland – Landwirtschaft am Polarkreis

Aufgrund des beständig kühlen Klimas ist Landwirtschaft in Lappland nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Den überwiegenden Teil der landwirtschaftlichen Produktion machen Milch und Fleisch aus.

Die weitgehend einzigen Feldfrüchte, die in Lappland wachsen, sind Kartoffeln und Rhabarber. Getreide kann aufgrund des im Zuge der globalen Abkühlung kälter werdenden Klimas nicht mehr in Lappland angebaut werden.

Daneben gedeihen sonst nur zahlreiche Beerenarten in Lappland. Angebaut werden hauptsächlich Erdbeeren und Johannisbeeren, die anderen Arten wachsen wild im Hinterland. Die meisten in Lappland vorkommenden Beerenarten schmecken sehr süßlich, wie dies auch einige Reiseberichte auf der Seite Nordische-Abenteuer.de beschreiben.

Lappland – Das Land der Mitternachtssonne und der Polarnacht

Der äusserst nördlichen Lage verdankt Lappland zwei beeindruckende Naturphänomene. In den Sommermonaten, gewöhnlich von Ende Mai bis Mitte Juli, scheint die Sonne durchgehend 24 Stunden am Tag. Dies ist die sogenannte Mitternachtssonne. Die Nacht wird dann zu einer nur etwas dunkleren Variante des Tages, die Landschaft wird in diesen Stunden in ein fast magisch anmutendes Licht gehüllt. Besonders Bergwanderungen sind zu dieser Jahreszeit sehr zu empfehlen, von den etwa 2000 Meter hohen Bergen im Westen Lapplands erhält man eine faszinierende Aussicht auf das niedrig gelegene Land, welches ins Zwielicht getaucht ist.

Zur kalten Jahreszeit wartet ein anderes Lichtphänomen – nämlich die komplette Dunkelheit der Polarnacht. In dieser Zeit geht die Sonne nicht auf, zur Mittagszeit befindet sich die Sonne gerade so unter dem Horizont, sodass die Landschaft Lapplands für einige Stunden in ein fahles Licht getaucht wird.