19. August 2017 |
 
 
 

Reiseveranstalter TUI kündigt Zusammenarbeit mit Unister GMBH

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Steuerbetrugsskandal bei UnisterDer Reiseveranstalter TUI hat am vergangenen Montag, den 17.12.2012, seine Geschäftsbeziehungen mit der Firma Unister GmbH aus Leipzig mit sofortiger Wirkung beendet. Unister betreibt hauptsächlich Seiten aus dem Bereich Tourismus, unter anderem das Internetreiseportal ab-in-den-urlaub.de. Grund für die Kündigung der Zusammenarbeit seien die imageschädigenden Auswirkungen des fortlaufenden Steuerbetrugsskandals.

Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung gegen das obere Managment der Unister GmbH. Ab sofort dürfen keine Reisen von TUI oder deren Tochtergesellschaften wie 1,2,Fly, Discount-Travel, l’tur oder TUI-Fly auf Unister Internetportalen angeboten werden. Kunden die bereits eine Reise gebucht haben, können diese natürlich noch antreten. Laut Aussage eines TUI Unternehmenssprechers verzichtet TUI “auf eine ganze Menge an Umsatz, um nicht in diesen Sumpf hineinzugeraten”. Bereits in der Vergangenheit sei es zu geschäftsschädigendem Verhalten seitens Unisters gekommen und man wolle die Zusammenarbeit nun komplett einstellen. Seitens Unisters gab es bisher lediglich ausweichende und beschwichtigende Kommentare an die Presse. Zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußerte man sich nicht.

Die Hintergründe des Unister Steuerbetrugsskandals

Seit dem 1. Oktober wurden die Geschäftsaktivitäten der Unister GmbH von der sächsische Antikorruptionseinheit INES beobachtet. Ausgangspunkt der Ermittlungen war die anonyme Anzeige eines früheren Unister Angestellten in leitender Funktion. Am 11. Dezember kam es daher im Laufe der Ermittlungen zu einer bundesweiten Razzia in über 20 Unister Büros und Privatwohnungen. Der Schwerpunkt der Ermittlungen konzentriert sich auf Steuerbetrug und das Anbieten von Reiserücktrittsversicherungen durch Unister. Die Firma verfügt nicht über die notwendigen Genehmigungen des Bundesaufsichtsamts für Versicherungswesen, um Versicherungen zu vertreiben. Drei leitende Manager der Firma, darunter der Firmengründer Thomas Wagner, wurden dem Haftrichter vorgeführt. Sie befinden sich nun in Untersuchungshaft, da Flucht- und Verdunkelungsgefahr besteht. Insgesamt wird gegen acht leitende Manager der Firma ermittelt. Der Haftbefehl des Firmengründers wurde unterdessen, nach einem Haftprüfungstermin, bei Hinterlegung einer Kaution außer Vollzug gestellt. Bis jetzt sei jedoch noch keine Kaution hinterlegt worden. Somit bleiben weiterhin alle inhaftierten Unister Manager hinter Gittern.

Update (20.12.2012): Mittlerweile wurde einer der Unister Manager gegen Kaution freigelassen. Für die weiter Inhaftierten besteht trotz angesetztem Haftprüfungstermin wenig Hoffnung, vor Weihnachten in Freiheit zu geraten.